Predigten

Wie oft haben Sie schon beim Hören einer Predigt gedacht: "Das war ein guter Gedanke. Schade, dass ich nichts zum Schreiben dabei habe." Dem Wunsch, das gesprochene Wort zu Hause noch einmal in Ruhe nachlesen zu können, entsprechen wir auf dieser Homepage. Ausgewählte Predigten, die im Kirchenkreis Rotenburg gehalten wurden, werden auf diesen Seiten veröffentlicht.

Schauen Sie hinein, lassen Sie sich inspirieren und scheuen Sie sich nicht, zum Verfasser der Predigt Kontakt aufzunehmen, falls Sie noch Fragen oder Anregungen haben.

Natürlich sind Sie immer und jederzeit herzlich eingeladen, einen der vielen Gottesdesdienste in unserem Kirchenkreis persönlich zu besuchen. Ob Familiengottesdienste, musikalische Gottesdienste, Gottesdienste in anderer Form - die Möglichkeiten sind vielfältig, die Auswahl ist groß. Um Ihnen bei der Auswahl zu helfen, haben wir unter dem Menüpunkt "Veranstaltungen" einen Suchfilter eingebaut.

Datum
Titel
Name
So. 07.02.16
Gottesdienst am 07.02.2016 Friedenskirche…
Frank Hasselberg
Gottesdienst am 07.02.2016 Friedenskirche Heber

Predigt in Reimen mit I Kor 13, 1-13

Sonntag Estomihi, 7. März 2016

 

 

„Die Liebe ist ein seltsames Spiel,

sie kommt und geht von einem zum andern.

Sie nimmt uns alles, doch sie gibt auch viel zuviel;

die Liebe ist ein seltsames Spiel."

 

So heißt ein alter deutscher Schlager;

die Sängerin war ziemlich hager,

vielleicht hatte sie Liebeskummer

oder einen schlechten Schlummer.

 

Auch hier geht´s heute um die Liebe;

drauf reimt sich nicht nur „Hiebe", „Triebe"!

Denn Liebe, die hat viele Seiten,

die Sorgen und auch Glück bereiten.

 

Ja, liebe Gemeinde, ich will´s wagen,

die Predigt mal im Reim zu sagen.

Ich bin gerne heut´ der Narr

in dieser bunten, munt´ren Schar,

 

darf ich doch auch mal Sachen sagen,

die man sonst sich nicht würd´ wagen.

Denn dem Narr´n vergibt man gern,

vor all´m dem Narren vor dem Herrn!

Drum laßt mich zetern und auch lästern,

geliebte Brüder, liebe Schwestern;

ich bitte jetzt schon um Pardon,

läuft mir einmal ein Reim davon.

 

Wir hörten schon den Text für heute -

1. Korinther, liebe Leute!

Und ich fragt´ mich Tag und Nacht:

Was hat sich Paulus nur gedacht?

 

Er stand im Leben, keine Frage,

und kannte nicht nur gute Tage.

Er kannte Glaube, Hoffnung, Liebe –

ach, wenn sie nur für immer bliebe!

 

Doch gibt´s im Leben auch finst´re Tage,

manch Ängste und mach böse Plage.

Auch diese waren ihm nicht fremd,

im Spiegel er sie jetzt erkennt.

 

So dacht´ ich: Schlaf erstmal ´ne Weile,

die Predigt, die hat keine Eile.

Und plötzlich wach ich auf und denk´:

Nun hab´ ich´s, was für ein Geschenk!

 

Das Stückwerk, von dem Paulus spricht,

ist nur auf diese Welt gericht´.

Aber Gott, der sieht viel weiter

als nur uns´re Lebensleiter.

Die Lieb´ ist stärker als der Tod,

wir sehen nur das täglich Brot.

Doch Leid und Sorgen gibt es eben,

c´est la vie, so ist das Leben!

 

Auch wenn wir´s gerne anders hätten,

am Leben hängen wie die Kletten,

gern bunt und heiter diese Welt:

Das Leben ist kein Zirkuszelt!

 

Drum feiern wir mal ausgelassen

und ziehen lärmend durch die Gassen

mit Masken und mit Narrenkappen

und riskieren uns´ren Lappen.

 

Wir schlagen gern über die Stränge

und sprengen dieses Lebens Enge,

die uns sonst so oft umgibt,

und lieben, was das Leben gibt.

 

Das Leid, das holt uns dann schon ein,

am Aschermittwoch soll es sein.

Da ist die Narrenzeit passé,

ich Jesus wieder leiden seh´.

 

Doch auch heute, ich vermute,

zieht so mancher eine Schnute.

Nicht jeder ist zum Scherz bereit,

auch unter uns hier gibt es Leid.

Manchen ruft es hin zum Grab,

weil der Liebste kürzlich starb.

Ein anderer ist nicht gesund,

sorgt sich um Katze oder Hund.

 

Der anderen fehlt gar das Geld,

und freut sich auch die ganze Welt,

so ist ihr Freude nicht beschieden,

weil Angst und Not im Magen liegen.

 

Ein anderer ist müd´ und traurig,

findet das ganze Leben schaurig

und macht sich nichts aus bunter Feier,

denn draußen lauern schon die Geier,

 

die nur auf das Ende warten

und dann ihren Freßzug starten.

Mancher hat auch Angst vor Kriegen,

sieht schon die Gefall´nen liegen.

 

Denn das Rüsten, das geht weiter;

wären sie auch sonst gern heiter:

Da vergeht uns wohl das Lachen,

was Uschi und die andern machen!

 

Große Politik – ach nee,

auch Angela ist bald passé.

Seehofers Horst macht sie´s nicht recht,

und schmutzig ist oft das Geschäft.

Da gibt´s Skandale und Skandälchen,

da gibt es Höhen, gibt es Tälchen,

Flüchtlingsströme ohne Ende,

oder kommt doch noch die Wende?

 

Die AfD wird immer frecher,

die Petry ist ein echter Brecher!

Nur ab und zu mal einen Schuß… -

Was redet diese Frau für Stuß!

 

So greift hinein in frohe Runde

auch manche leicht getrübte Stunde.

Noch einmal: Das ist unser Leben,

Gott selber hat es uns gegeben.

 

Wir trinken Wasser, trinken Wein –

doch das wird wohl nicht alles sein,

was uns im Leben ist bestimmt.

Denn Gott gibt es, und er nimmt.

 

So möcht´ ich in der Kirche drinnen

mich nochmal auf den Text besinnen,

den die Bibel uns heut´ schreibt

und der darum für immer bleibt.

 

Symbol für Hoffnung ist der Anker,

sie ist ein echter Seelentanker.

Das Kreuz hier für den Glauben steht,

der hält, wenn auch der Sturm mal weht.

Und dann die Liebe: echt das größte,

womit uns Gott von Sorgen löste.

Denn er selbst an Liebe dran is´,

sagt der 1. Brief Johannes.

 

Doch mancher denkt jetzt: Kleisterst du

mit diesem Wort nicht alles zu?

Liebe, das klingt schön, klingt herrlich,

aber sein wir doch mal ehrlich:

 

Sie ist nur ein Wort, wenn man

sie nicht wirklich spüren kann.

Also muß es tiefer geh´n,

als wir oberflächlich seh´n.

 

Und so ist´s: Mit allen Sinnen –

wahre Liebe kommt von innen! –

muß man sehen, fühlen, schmecken,

Liebe stets auf´s Neu entdecken.

 

Dann erst wird man auch erfahren,

was Paulus da hat aufgefahren:

Ohne Liebe wär ich nichts,

wäre nicht ein Kind des Lichts,

 

wär es finster hier im Herz,

wäre ich ein tönend Erz,

eine klingend´ Schelle nur,

ob in moll oder in Dur.

Wär´n prophetisch auch die Worte,

verpufften sie an jedem Orte.

Rede ich mit Engelszungen,

wär doch kein großer Wurf gelungen.

 

Glaube kann Berge versetzen,

Arme kann mein Gut ergötzen.

Aber ohne Liebe eben

kann es keinen Segen geben.

 

Ist die Liebe aber da,

sind wir Gott und Menschen nah,

dann hat sie die Qualitäten,

die wir gerne haben täten:

 

Sie hält lang und spricht für sich,

eifert, bläht und rechnet nicht.

Freut sich aber, glaubt und hofft,

duldet und verzeiht sehr oft.

 

Darum hört sie niemals auf,

endet auch der Lebenslauf.

So bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe –

ach, wenn es auch bei uns so bliebe!

 

Doch auch wer liebt, weiß um das Leiden,

das läßt sich oft gar nicht vermeiden.

Nicht ohne Grund reimt sich auf „Herz"

in vielen Schlagern gleich der „Schmerz".

Auch Jesus kennt und spricht vom Leiden

und weiß, daß wir es gerne meiden.

Doch will er uns auch Stärkung schenken,

damit das Leiden wir bedenken

 

und lassen es in unser Leben,

denn so, wie´s kommt, so ist es eben.

Und wenn wir treu uns zu ihm halten,

als Christ den Alltag auch gestalten,

 

so ist das keineswegs vergeblich,

denn nur wer glaubt, der handelt redlich.

Wer Christus als den Herrn bekennt,

nur der den richt´gen Namen nennt.

 

Wir sind als Christen nicht gefeit

vor Tod und vor so manchem Leid,

doch sind wir gottlob nicht verloren,

weil Gott den Retter uns geboren.

 

War´s nicht an Weihnacht? Aber klar,

das feien wir doch jedes Jahr!

Das Kind, es blieb nicht in der Krippe,

es schenkt´ uns mehr als eine Rippe:

 

Sein Leben hat es nicht verschont,

doch hat das Opfer sich gelohnt!

So hat er uns das Heil erworben,

damit wir Menschen nicht verdorben!

So hat Christus am Kreuz gehangen,

ist durch den Tod hindurchgegangen;

zu Golgatha ist er gestorben

und hat das Leben uns erworben.

 

Er mußte leiden gleichwie wir,

davon zeugt dieses Kreuze hier.

Er ist gestorben und erstanden,

das Grab die Jünger leer vorfanden.

 

Nun ruft er uns allen zu:

Glaub an mich, ja glaub, auch du!

Im Glauben sollen wir es wagen,

vertrauensvoll das Kreuz zu tragen.

 

Er selbst reicht uns dazu die Hand

vom Kreuz herab, ist uns verwandt,

ist unser Herr und unser Bruder,

er reißt herum das Lebensruder.

 

Auch wenn´s mal stürmt und manchmal schneit,

zum Glauben seien wir bereit

ihm nachzufolgen, uns zu bequemen,

auch schwache Seiten anzunehmen.

 

So brauche ich die Maske nicht

vor diesem oder dem Gesicht.

Mich selbst verleugnen will ich nicht –

es nützt doch nichts vor dem Gericht!

Ich zeig nicht nur die besten Seiten,

will halt von Gott mich lassen leiten,

der mich kennt, so, wie ich bin,

denn das, das ist mein Hauptgewinn!

 

Ich weiß, was Dunkles in mir steckt,

Gott selber hat es längst entdeckt.

Und dennoch liebt er mich in allem,

hat an mir sein Wohlgefallen.

 

Unglaublich? Ja, und trotzdem wahr!

Und so will ich mich lieben gar

wie meinen Nächsten; dies Gebot

gab Jesus uns, trotz aller Not.

 

Das ist auch gar nicht so dramatisch:

Wer Jesus liebt, liebt automatisch

auch diesen Kerl von nebenan,

den niemand sonst recht leiden kann.

 

Will mich von Jesus leiten lassen.

Er weiß wohl Wege und weiß Straßen,

mich gut zu führen durch die Jahre,

gibt es auch manche grauen Haare.

 

Das Leben ist vorherbestimmt,

doch nur wer wagt, der auch gewinnt.

Und nur, indem wir ihm vertrauen,

auf Vater, Geist und Jesus bauen,

können wir getrost erwandern

das Leben, ein Jahr nach dem andern.

Wer mit Jesus sich verbindet,

sein Leben in ihm wiederfindet.

 

Denn was hülf´s dem Gotteskind,

wenn es gleich die Welt gewinnt,

aber leidet an der Seele

und das Leben so verfehle.

 

Nur wer Jesus folgt im Leide,

ist ein Christ und nicht mehr Heide.

Wer das Leben läßt für ihn,

den wird er auch zu sich zieh´n.

 

Unser ganzes Seelenheil

liegt bei Gott, für seinen Teil

hat er uns alles gegeben

für ein gutes, ew´ges Leben.

 

Der Paulus hat es wohlbedacht:

Die Liebe ist von Gott gemacht!

Drum er sie in die Mitte stellt,

sie ist´s, die uns zusammenhält.

 

Sie ist die größte aller Gaben,

da kann man nie genug von haben!

Die Liebe läßt das Herze beben,

ohne sie wär´s nur das halbe Leben.

So hat er sich uns selbst geschenkt,

ins Herz die Liebe eingesenkt.

Um diese Liebe geht es eben –

Sie ist kein Spiel, sie ist das Leben!

 

Dies also ist die frohe Botschaft,

die eine Linderung der Not schafft,

damit das Leben weitergeht

und man die Tage heiter lebt.

 

Zum Schluß sag ich es frei und frank:

Karneval - nein, vielen Dank!

Trotzdem hoff ich, daß dies heute

hat gefallen euch, ihr Leute!

 

Doch eines schlage ich euch vor:

Verschließt im Schrank nicht den Humor!

Geht nicht zum Lachen in die Kammer,

das wäre wohl ein echter Jammer!

 

Denn wenn der Alltag euch will schlauchen,

könnt ihr ihn ganz gewiß gebrauchen.

Für den, der an den Herrgott glaubt,

ist Lachen allezeit erlaubt.

 

Daß er uns die Güte gibt,

mit der Gott uns alle liebt,

bitten wir in Jesu Namen,

darum sage ich jetzt: Amen!

 

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor in der Markusgemeinde
Ernst-Dax-Straße 8
29640
Schneverdingen
Tel.: 
05193 4130
So. 13.05.12
Die dritte Dimension des Lebens
Frank Hasselberg
Die dritte Dimension des Lebens

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt. Amen.

 

(Pastor setzt 3-D-Brille auf.)

 

O Mann, liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, ich dachte, ihr wärt jetzt alle 3-D, ich meine, ihr müsstet doch alle jetzt eine Dimension mehr sein. Komisch, im Kino klappt das ganz gut. Aber jetzt (Pastor setzt Brille ab und auf), im echten Leben, scheint das mit dem 3-D nicht zu funktionieren. Das echte Leben hat wohl eine andere Dimension – oder, wie ich es bei einem Jugendlichen gelesen habe: „Das Leben ist ein Scheißspiel, aber die Grafikkartenauflösung ist echt geil.“

Die Jugend und die Medien, das ist schon so eine Sache. Computer, Laptops, Chatten, Twittern, Nintendos, Iphone, Ipad – alles kein Problem. Wir Erwachsenen stehen mit gemischten Gefühlen daneben – teils mit Bewunderung und teils mit dem Gefühl, dass zu viel Zeit in dieser künstlichen Welt verbracht wird. Wo spielt sich das richtige Leben ab? Wie viele Dimensionen hat ein Leben? Was ist die dritte Dimension? Gibt es eine vierte? Und wie kann ich in dieser dritten Dimension etwas erkennen – brauche ich dazu diese 3-D-Brille?

Ihr, die Konfirmanden, verbringt viel Zeit in der Schule und zuhause. Dort seid ihr zusammen mit Freunden oder der Familie. Mit der Zeit des Konfirmandenunterrichts öffnet sich ein neuer Raum, es ist der kirchliche. Dieser Raum ist nicht Familie und nicht Schule, es ist ein Raum mit Wiederbegegnungen und neuen Begegnungen. Es geht um den Glauben, es geht um Gott, es geht um euch und es geht darum, was ihr euch vom Leben erhofft, was euch wichtig sein soll, um euer Leben zu gestalten.

Es ist der dritte Raum, es ist die dritte Dimension. Und da saßen sie nun im Stuhlkreis, anfangs noch ganz schüchtern: die Herren der Schöpfung auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Damenriege. Die einen laut, die anderen leise, mal müde, mal aufgeweckt. Viele kannten sich aus dem Kindergarten und über die Grundschulzeit, dann gingen einige Wege auseinander – und jetzt wieder zusammen. Einen Nachmittag in der Woche – 1 Stunde Konfizeit. Bibel lesen – oh nö, Lieder singen – oh nö, Vaterunser aufsagen – hoffentlich nicht ich, Glaubensbekenntnis – o weia, noch länger, Taufbefehl – nie gehört, die 10 Gebote – muss das sein? Und wozu in der Welt hat jemand diesen 23. Psalm erfunden?

Auch ein beliebtes Thema: Gottesdienstbesuche aufschreiben. „Ich hab mein Heft vergessen“, oder: „Mama hat es mitgewaschen“, selber schuld, wenn es nicht mal den Feinwaschgang aushält.  Ich glaube, ihr habt gemerkt: Ich bin gerne dieses Jahr mit euch zusammengekommen, um euch näher kennenzulernen, und es war spannend. Spannend zu sehen, woher ihr kommt, ob ihr Geschwister habt. Es war spannend zu sehen, welche Hobbys ihr habt, wie sich Freundschaften entwickeln, in welchen Schulfächern ihr gut seid, was ihr mögt und was ihr nicht mögt. Und ihr?

 

Ich hoffe, ihr habt gemerkt, dass ihr mir wichtig wart – und seid. Mir war es wichtig, euch mitzugeben, dass das Christsein in der heutigen Zeit eine riesige Herausforderung ist. Wir sind Bewahrer uralter Traditionen. Manche Leute, auch wenn sie getauft und konfirmiert sind, wissen ja mehr über den Buddhismus oder Okkultismus und ähnlichen Hokuspokus als über den eigenen, christlichen Glauben. Es gibt so viel zu erfahren und zu wissen, so dass mir die Zeit mit euch zu kostbar war, um sie zu verschwenden. Und ich glaube, ihr nehmt eine Menge mit aus diesem Jahr. Ihr habt biblische Geschichten kennengelernt und euch auf viele neue Dinge eingelassen.  Ich weiß, daß das nach einem langen Schultag nicht immer leicht ist!

Dafür gab es zwischendurch ja auch mal Kekse, Eis und Lutherbonbons. 

Gerade ein Jahr ist es her: Am 1. Mai 2011 haben wir einen schönen Begrüßungsgottesdienst für euch gefeiert, und vor drei Wochen habt ihr dann selber einen sehr schönen Vorstellungsgottesdienst vorbereitet und gestaltet. Wo ist Gottes Schöpfung in Gefahr, was können wir tun, um sie zu bewahren und die Erde auch künftig lebenswert zu erhalten? Der Gottesdienst war wirklich klasse, das habt ihr super gemacht. Mancher ist dabei über sich hinausgewachsen, und das ist eine tolle und wichtige Erfahrung für euer Leben! Was ist in mir drin, und was kann ich davon zeigen? Das, liebe Jugendliche, ist das eigentliche Thema des Konfirmandenunterrichts, neben Bibel, Gottesdienst und Vaterunser. Wer bin ich vor Gott, was hat er mir an Gaben und Aufgaben mitgegeben und wie kann ich meinen Weg gehen? Das ist die dritte Dimension, die ich meine.

Unsere gemeinsame Zeit geht nun zu Ende. Ein Jahr Konfirmandenunterricht für euch ist mit diesem festlichen Tag vorbei. Die Donnerstage stehen wieder zu eurer Verfügung und das Feilschen um Unterschriften für einen Gottesdienstbesuch hat nun ein Ende gefunden. Trotzdem dürft ihr gerne wiederkommen! Danke für die schöne Zeit mit euch!

Ein schönes Fest steht an, es ist heute sicherlich ein Tag der Freude. Doch es ist nicht die Ziellinie, sondern die Startlinie, an der ihr heute steht.  Bleibt die Frage, was gelernt wurde in dieser Zeit und was es mit Gott auf sich hat? Wie kann Gott erkannt, gesehen oder erlebt werden? Wie können wir die göttliche Dimension schauen? - Dazu möchte ich euch eine Geschichte von Mose mit auf den Weg geben:

Der Herr sprach zu Mose: „Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.“ Und Mose sprach: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen!” Und er sprach: „Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des HERRN: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.“ Und er sprach weiter: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ Und der HERR sprach weiter: „Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Felsen stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun, und du darfst hinter mir her sehen, aber mein Angesicht kann man nicht sehen.“ (2. Mose 33,17b-23)

Gott schauen – ins Angesicht, das hält keiner aus, nicht einmal mit 3-D-Brille. Nicht mal Mose: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“

Aber Gott kann diesen Wunsch verstehen, und so stellt er Mose in einen geschützten Raum und Mose darf ihm nachblicken. Mose erlebt Gott sozusagen im Rückspiegel. Und so ist es mit Gott und uns Menschen ganz oft, im Rückblick können wir seine Gnade und Güte erkennen, können wir erkennen, wie er es sich mit uns wünscht. Jetzt sagt ihr vielleicht: „Ach, komm, was soll’s.“ Aber mit Abstand werdet ihr in eurer Konfirmandenzeit viel von Gottes Gegenwart erkennen, davon bin ich überzeugt: in den Liedern, in den Gottesdiensten, in eurem Konfirmationsspruch, in den vielen Gesprächen, die wir im Laufe der Zeit hatten, im Miteinander hier und auf den Freizeiten mit Dietmar. Auf den Feedback-Bögen, die ihr mir ausgestellt habt, ist jedenfalls das allermeiste sehr positiv bei euch angekommen. Ihr habt euch in der Konfergruppe wohlgefühlt, und besonders hat euch die Atmosphäre gefallen, daß es oft so lustig und locker zuging. Darüber bin ich richtig froh!

Der Konfirmandenunterricht ist eure Felsspalte, in die ihr gestellt wart. Gott ins Antlitz zu sehen, ist keinem vergönnt; Gottes Nähe zu erfahren, das ist euch / uns Christen sehr wohl bestimmt. Und wenn ihr irgendwann in den Rückspiegel seht, dann werdet ihr hoffentlich sagen: Es war schön.

Und noch etwas unterscheidet diesen dritten Raum von Familie und Alltag. Es gibt selten ein Richtig oder Falsch. Eure Meinung und eure Sicht der Dinge sind hier gefragt. Das hat euch so manches Mal irritiert, doch Widersprüche und Zweifel auszuhalten, gehört zum Glauben dazu, Glaube ist in Bewegung und hält in Bewegung.

Und gleichzeitig: Der Glaube bietet Halt und Gemeinschaft. Egal, in welchem Land ihr seid, zur welcher Zeit: Wenn Christen das Vaterunser beten, egal in welcher Sprache, ihr werdet es erkennen und ihr könnt es mitbeten. Der Glaube ist wie ein Zelt, das mitgenommen werden kann durch die Reise des Lebens. Es schützt euch in Stürmen, hält euch trocken bei Schauern und bietet Raum und Sicherheit für Menschen, die ihr liebt.

Und noch etwas bietet dieser dritte Raum, so wie Schule und Familie auch – hier ist alles echt und 3-D, auch ohne Brille. Hier kommen Menschen zusammen, Männer und Frauen, alte und junge. Und keine noch so gute Grafikkartenauflösung kann euch einen richtigen Menschen ersetzen. Denn wie ein Mensch riecht, sich anfühlt, wie es ist, miteinander zu lachen und auch mal zu weinen, wie es ist, verliebt zu sein – dass werdet ihr im Internet und im Computerspiel nicht finden, sondern nur im echten Leben.

Möge nun Gottes Segen euch in eurem Leben begleiten. In 3-D, Stereo und ganz echt. Denn was Gott Mose zusagte, das gilt auch euch: „Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.“ Amen.

 

(Jeder Konfirmand erhält eine 3D-Brille mit der Aufschrift:

„Konfirmation 2012 / Gott- die 3. Dimension.“)

 

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Frank Hasselberg

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Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
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